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Indien bekommt die Schulpflicht

Die Bildung ist bei der indischen Bevölkerung bisher immer noch ein großes Problem gewesen. Mehr als ein Drittel der Bevölkerung kann weder lesen noch schreiben. Die Regierung hat deshalb eine allgemeine Schulpflicht eingeführt.

Das einzige Manko an dieser Schulpflicht ist die Finanzierung, denn bisher ist noch nicht klar, wie das Projekt durchgeführt werden soll. Die Hintergründe dieser Reform sind sehr schwierig durchzusetzen und es könnte noch ein paar Jahre dauern, bis die Schulpflicht in Indien wirklich realisiert ist. Dennoch zeigt die neue Reform ein positives Bild der kürzlich gewählten Regierung in Indien. Alle Kinder von sechs bis 14 Jahren haben das Recht auf einen kostenfreien Schulbesuch. Das Gesetz wurde vom Parlament verabschiedet und schreibt sogar den Privatschulen vor, dass ein Viertel der Plätze auch an Kinder aus sozial benachteiligten Familien gehen soll. Selbst behinderte Schüler sollen mit der neuen Reform eine Chance auf Bildung bekommen. Der Bildungsminister Kapil Sibal sieht diese Schulpflicht als nationale Aufgabe, um die Zukunft in Indien sichern zu können. Nur wenn die Kinder eine gute Bildung bekommen, dann wird es dem Land auch zu späterer zeit noch gut gehen. Mindestens sieben Millionen Kinder in Indien haben bis heute keine richtige Schulausbildung.

Hinzukommt jedoch nicht nur, dass die Schüler keinen Platz in den öffentlichen Einrichtungen haben, sondern dass auch die Lehrer schlecht ausgebildet und vor allem auch schlecht bezahlt sind. Jeder vierte Lehrer erscheint hier in Indien nicht zum Unterricht und viele Familien können es sich nicht leisten, ihre Kinder in eine Privatschule zu schicken. Dabei sollte man jedoch bedenken, dass 40 Prozent der Inder unter 18 Jahre alt sind und sie einst das Land regieren werden. Das neue Gesetz verpflichtet die indischen Bundesstaaten, in unterversorgten Regionen innerhalb von drei Jahren neue Nachbarschaftsschulen einzurichten, damit jedes Kind zur Schule gehen kann. Wer als Elternteil seinem Kind den Schulbesuch verweht, der muss sogar eine Strafe zahlen. Über die Durchführung gibt es jedoch noch einige Bedenken und Kritik.